… welch schoene Worte …

Ethikgeld ist ein schoenes Wort. Geld hat jede(r) gern, und Ethik befreit von allen (potentiellen) Vorwuerfen. Nicht schlecht, oder?
(ethische Forderungen tragen in sich immer die Basis zur Entwicklung ethoider Nomenklaturen mit Spaltung in verbales Credo und reale Umgehung der geforderten Werte;
Negativbeispiel: die einfachen 10 Gebote und was Religionskirche daraus machte, als sie zur Zeit der Inquisition unbeschraenkte Macht hatte;
Gegenbeispiel: wie engagierte Leute rund um
* Friedenswerkstatt http://www.werkstatt.or.at und
* rund um Solidarische Oekonomie http://www.solidarische-oekonomie.at
* und Tauschkreise wie LETS Wien http://www.waffeltausch.at
aus Diskussionen des Themas sehr wohl reale Selbsthilfe machten, die das Aussteigen aus dem “normalen” Arbeitszwang ermoeglicht, aus dem “fleissigen” Kaputtwirtschaftens der Welt)

“Ethikgeld” ist real aber zum Modewort etablierter Banken”wirtschaft” geworden.
Was da passiert, ist konventionelles Auftreiben von Risikogeld fuer Energieprojekte, die mit netter PR neues Geld fuer alte Ressourcen-, Klima- und Umweltvernichter suchen.
(statt an Ursachen/Entwicklung/Energie
http://verkehrundenergie.wordpress.com
oder gar an Verbesserungen fuer Menschen und bessere Sachloesungen
http://monedem.wordpress.com
wird an Networking und Selbstbeweihraeucherung gearbeitet)

Auf der Suche nach Ethikgeld findet frau zum Beispiel GrueneGeld.at
— (ein Who is Who oesterreichischer AnlageberaterInnen und “Finanz”dienst”leisterInnen, das aber nicht als Serviceseite der Wirtschaftskammer http://www.wko.at auftritt, sondern im Impressum http://www.oegut.at und das “Lebensministerium” http://www.lebensministerium.at (Landwirtschafts- und Umweltministerium plus Erweiterungen) auflistet;
Ministerien werden ja aus finanztechnischen Gruenden periodisch umgruppiert, bzw. unterwarf schwarzblau soziale Themen dem Unternehmer(“Wirtschafts”)Ministerium etc.etc.) —

und dortselbst ein pdf “Überblick zu Ethik- und Nachhaltigkeitsbanken im deutschsprachigen Raum und deren Angebote (kein Anspruch auf Vollständigkeit)”.

Auf dieser Liste findet frau neben etlichen kirchlichen Banken (LigaBank: “Glaube verbindet”) und der Umweltbank.de (Name ist Thema) und die Alternative Bank Schweiz und die Privatbank Schelhammer und Schattera Wien. (gibt es eigentlich noch “nichtprivate” Banken? Wo?)

Etablierte Mammutbanken wie Commerzbank (“die Bank an Ihrer Seite”), DresdnerBank (“das gruene Band der Sympathie”) oder ErsteBank (“In jeder Beziehung zählen die Menschen”) finden sich in dieser Liste nicht. Beziehungen, Menschen und Sympathie haben ja auch nicht immer mit Ethik zu tun 🙂

Fuer kirchliche Banken — stichprobenweise hineingeschaut — scheint “Ethik” einfach darin zu bestehen, dass sie “kirchlich” sind oder sich kirchlich nennen und wohl auch im Eigentum oder in personeller Naehe von (Erz)Bistum, Diakonie und Caritas stehen. Jedenfalls scheinen dort die “ueblichen” Nomenklaturen (katholischer und evangelischer) Religionskirchen
— zb Pax-Bank: “christliche und sittliche Anforderungen: Respekt vor … Glauben” —
als verbale Grundlage auf, mit der an “frisches Geld” gelangt werden soll.
(Worin “Ethik” aber in “Anlage-” und “Vorsorge”Produkten” besteht, oder gar welche “ethischen und sittlichen” Werte wie angestrebt werden, findet sich nicht)

Am kommentarlosesten und unverfrorensten geht http://www.schelhammer.at mit dem Begriff Ethik um, etwa bei Anpreisung/Werbung fuer ein (pdf) “Ethiksparbuch”.
(“Ethik ist weil wir es Ethik nennen”, koennte das treffend beschrieben werden)

Die Alternative Bank Schweiz https://www.abs.ch nennt im Ethikbericht immerhin eine Lohnspanne 1:5 bzw. die Volksinitiative 1:12 (niemand soll im Jahr weniger verdienen als eine Spitzenkraft im Monat), die Unterstuetzung von Finanztransaktionssteuern und betont dort auf Seite 14/27 (zur “Abzockerinitiative”) dass keine Boni gezahlt werden.
Forderungen wie “sofortiges Ende der Unterscheidung zwischen Steuerhinterziehung und Steuerbetrug” und der (Bank)Slogan “Profitgier? Haben wir und Sie nicht noetig” sind dagegen nicht sofort durchsichtig.
(wer auf “Produkte & Dienstleistungen” clickt, findet dort bei “Vorsorgen/Vorsorgefonds” und “Anlageberatung/Anlagefonds” ausschliesslich Raiffeisen und Sarasin, was “istgleich Ethik” zu bedeuten scheint)
Ausser einigen “Bereichen, in die investiert werden kann” (Alternative Energien, Frauenprojekte, Biologische Landwirtschaft aber auch “Allgemeiner Foerderbereich” 🙂 werden rund um (Foerder-)Kassenobligationen keine laufenden oder geplanten Projekte genannt.

Detaillierter setzt sich die http://www.ethikbank.de mit dem Thema auseinander. Da gibt es nicht nur aktuelle, konkrete Hinweise auf Risiko und Verantwortung, die Regierungen “ihren” Menschen aufbuerden
— etwa dass in wenigen Jahrzehnten Nuklearindustrie 1979 (Harrisburg), 1986 (Tchernobyl) und 2011 (Fukushima) schon 3 Ereignisse auftraten, deren Wahrscheinlichkeit durch Nuklearfreunde eins-zu-10-hoch-xy in Millionen Jahren angegeben wird (X), oder dass Gentechnik eben auch reales Risiko und (vorhersehbar) unvorhersehbare Mutationen bedeutet —
sondern es werden auch konkrete Bedingungen genannt, unter denen Geld veranlagt wird:
das Dropdown “Die Ethikbank” rechts oben oeffnet u.a. eine Menuleiste, in der etwa Anlagekriterien und die Darstellung “Glaeserne Bank” zumindest Versprechungen zum Umgang mit dem Geld machen.
Im “normalen” Alltag dienen aber Begriffe wie “Ethikgeld” oder “Gruenes Geld” rund um Thematiken der “Oekologie” und “Oekosozialen”Wirtschaft” eher einem “Wirtschafts”NEU”sprech” im Sinne der Verbesserung der PR altbekannter Ressourcen-, Klima- und Umweltvernichter in Energie”wirtschaft” und Industrie.
(interessante Erscheinung ist im Bereich Energie — Stand Maerz/April 2011 — die “EnergieOesterreichs” in Wien, die zwar lobenswerte Basisrhetorik fuer erneuerbare Energien produziert aber im Impressum weder Rechtsform angibt: AG? GmbH? Verein? sogar die gesetzliche Firmenbuchnummer fehlt;
trotz dieser — sprachlich und gesetzlich — illegitimen Anmassung schaffte es “Oesterreichs Energie” in die Massenmedien zb in einen Chat mit LeserInnen der Tageszeitung Standard und veranstaltete ein Trendforum, bei dem ein paar Funktionaere rund um Verbundgesellschaft, Bundesvereine und EU ihre PR darstellten)


(X) Vergessen wurde dabei der Unfall in Sellafield/Windscale 1957 (INES-5) und das Entweichen von U-Pu-Salpetersaeure 2005, ebendort. Sellafield informiert praktisch nie ueber Unfaelle, dort wird an Atombomben und Wiederaufbereitung auch mit Brutreaktoren “gearbeitet”. (mehr zum Thema: http://umwepedia.wordpress.com)
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